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Kinderhospiz Allgäu - Eröffnung

Eröffnung des Kinderhospizes im Allgäu

Nun ist es also endlich soweit: im süddeutschen Raum wurde das erste Kinderhospiz eröffnet!

Der ToyRun4Kids wurde von Annette, Claudia , Lothar und mir bei der Feier am 1.Dezember 2006 vertreten. Als ich meine Blicke durch die Räume schweifen ließ, kamen mir unweigerlich wieder die Bilder unserer Putzaktion in den Sinn. Und gerade diese Aktion war es auch, die von den Vertreterinnen des Kinderhospizes, sei es Geschäftsführerin Marlies Breher oder Pressesprecherin Stefanie Herbst, immer wieder angesprochen wurde. Alle sind nach wie vor begeistert von dem Engagement das der ToyRun4Kids hier gezeigt hat und auch weiterhin zeigen will.

Umso mehr erfüllten mich diese Aussagen mit Stolz, als dann ein dicker Sponsorenscheck nach dem anderen übergeben wurde und sich trotzdem Vorstandsmitglied Peter Quartz und Hospizleiter Jürgen Nürnberger wie die Schneekönige freuten, als sie den mitgebrachten Schaukelboxer überreicht bekamen.

Jürgen Nürnberger war es dann auch, der uns selbst durch das nun voll eingerichtete Haus führte und uns einerseits alle Räume mit ihrem Sinn und ihrer Bedeutung erklärte und uns andererseits auch einen Eindruck von der bereits geleisteten und noch bevorstehenden Arbeit vermittelte.

Am heutigen ersten Adventssonntag des Jahres 2006 hatte sich Claudia als ehrenamtliche Helferin im Namen des ToyRun4Kids für die Rolle einer Märchenerzählerin beim Tag der offenen Tür im Kinderhospiz gemeldet.

Als wir ankamen begegneten wir gleich Steffi Herbst, die uns vom gestrigen ersten Tag der offenen Tür berichtete: "Das Interesse der Leute war überwältigend. Wir hätten niemals mit so viel Ansturm gerechnet", meinte sie. Dass am heutigen Tag nochmals so viele Leute kommen sollten, konnte zu dem Zeitpunkt niemand ahnen.

Claudia hat nach einem Kaffee zur Stärkung und einem Rundgang in den wunderschön gestalteten Außenanlagen gleich ihren Posten im so genannten "Snoezelenraum" bezogen:

Zuerst waren eher die Eltern da und ließen sich die Bedeutung des Raumes erklären. Aber es dauerte nicht lange, und die Kinder hatten die komische Tante, die da in dem coolen Zimmer auf dem Wasserbett Märchen vorlas, entdeck. Und schon war sie für die nächsten vier Stunden gefangen. Während sie den Kindern Märchen vorlas, sang draußen im großen Aufenthaltsraum der Kinderchor.

Steffi, Dieter, Hermann sowie Hermanns Frau waren in der Zwischenzeit ebenfalls angekommen und ich begleitete sie auf einem Rundgang durch Haus und Garten. Aus allen Gesprächen, die ich unterwegs aufschnappen konnte, war eine positive Haltung zum Kinderhospiz zu vernehmen. Dass das nicht immer so war, haben wir vor zwei Jahren auf dem Sommerfest erfahren müssen. Nach dem Kinderchor bezogen die Männer der Blechbläser im Garten ihre Positionen und spielten weihnachtliche Weisen.

Dass Märchen nicht nur was für Kinder sind, zeigte sich dann, als Steffi Herbst "mal nach Claudia schauen" wollte und gleich wie gebannt sitzen blieb und zuhörte.

Da ich am heutigen Tag eigentlich nichts "zu tun" hatte, war es mir möglich einfach durch die Räume zu streifen und Eindrücke zu sammeln. Beeindruckt, wie viel Interesse am Kinderhospiz St. Nikolaus gezeigt wurde, aber auch, und das möchte ich hier nicht verschweigen, entsetzt, dass es trotzdem auch noch Leute gibt, die anscheinend nur aus purer Sensationsgeilheit zu einem solchen Fest gehen. "Bei manchen hat man den Eindruck, sie gingen in den Zoo und warten auf die wilden Tiere", war ein Satz der mir im Gedächtnis bleiben wird.

Aber das wird meine großteils positiven Erlebnisse und Eindrücke und die vielen netten Gespräche nicht aufwiegen.

Achim Pöttgen