Holzhausbau in Olpe - September 2004
Holzhausbau in Olpe am Samstag, den 25. September 2004 Endlich ist es soweit! Gemeinsam mit einem Fernsehteam von Pro7 und der Moderatorin Sonya Kraus von "Do it Yourself S.O.S." wollen wir vom ToyRun4Kids für das Kinderhospiz Balthasar ein Gartenhaus aufbauen. Es soll ein Raum zum Wohlfühlen, Abschalten und Entspannen werden, eben eine Oase der Ruhe - auch mal außerhalb des Kinderhospizes.
Es ist Freitag morgen, als ich all das, was ich wohl benötigen werde, zusammensuche und auf dem Motorrad verstaue. Etwas vergessen? Da wir einige Vorarbeiten leisten müssen, gehe ich noch einmal durch, ob ich die Werkzeuge eingeladen habe, die wir möglicherweise brauchen werden. Nein, nichts vergessen – es kann also losgehen!
Da unmittelbar nach meiner Abfahrt heftiger Regen einsetzt, bleibt mir wenig Zeit, über das, was uns am nächsten Tag erwarten wird, nachzudenken. Von insgesamt fünf Stunden Fahrt bleibt mir das Mistwetter dreieinhalb Stunden erhalten und auch die Wetterlage in Olpe, wo ich kurz vor 14.00 Uhr eintreffe, lässt kaum Freiraum für jegliche Euphorie.
Die Leiterin des Hospizes begrüßt mich und bietet mir nach fünf Stunden Kälte heißen Kaffee an – ein Genuss, der die Lebensgeister wieder zurückkehren lässt. Wir wechseln ein paar Worte, ich trinke in Ruhe aus und nehme mir aus dem Regal ein Buch zur Hand, das mit einfühlsamen Bildern und kurzen Texten etwas Einblick in das Leben und Sterben in einem Hospiz gibt. Mein erster Kloß im Hals an diesem Wochenende...
Um mich wenigstens etwas nützlich zu machen, helfe ich dem Personal, einen Pavillon aufzustellen, der uns vor dem Regen, der sich durch dunkle Wolken ankündigt, etwas Schutz bietet. Dann treffen so nach und nach die anderen ein. Wie immer ein freudiges Wiedersehen.
Da das Holzhaus noch nicht, wie ursprünglich vorgesehen, angeliefert ist, bleibt es lediglich unsere Aufgabe, ein Kantholz als Auflager zu montieren, da das Haus an einer etwas abschüssigen Stelle stehen wird. Immer umringt waren wir dabei von vielen Kindern einer Einrichtung, in der diese kleinen Wesen untergebracht werden, wenn sie schwer misshandelt wurden und es hat viele von uns erstaunt, dass es uns immer wieder einmal gelang, ein Lachen auf deren Gesichter zu zaubern. Die kleinen Gäste blieben uns auch am Samstag treu.
Begleiter bei dieser Aktion ist wieder Regen. Der restliche Tag bleibt für Gespräche und endet mit einem „stimmungsvollen“ Abend, den alle Beteiligten wohl nicht so schnell vergessen werden.
-Samstag-
Nach dem Frühstück und der Anfahrt zum Hospiz folgt gespanntes Warten auf das Filmteam, das Holzhaus und natürlich auch Sonya Kraus, die die Sendung S.O.S. moderiert. Einzig pünktlich trifft das Holzhaus ein. Mit von der Partie sind zwei Monteure, die uns beim Aufstellen anleiten und helfen werden. Die beiden sind „auf Zack“ und passen super in die Truppe.
Da sie mit ihren Fahrzeugen im Stau stecken, verzögert sich das mit Spannung erwartete Eintreffen der Leute von PRO 7 noch etwas. Da jetzt allerdings das Material schon einmal vorhanden ist und die ersten Arbeitsschritte besprochen werden können, vergeht diese Zeit schnell.
Mit etwa zwei Stunden Verzögerung trifft das Team um Sonya Kraus dann ein, eine weitere Stunde vergeht mit der Installation von Kameras, Unterweisungen und ersten Anleitungen, wie man sich vor einer laufenden Kamera zu verhalten hat.
Nicht in die Kamera sehen, im Hintergrund still verhalten, locker bleiben, keine Kippen am Set... usw. ... usw. ...
Der Startschuss fällt nun mit erheblicher Verzögerung mit der gemeinsamen Anfahrt auf den Motorrädern, wobei Sonya die Anmoderation in Günnies Gespann vornimmt. Da dem Regisseur wohl irgend etwas nicht gefällt, lernen wir bereits an dieser ersten Szene kennen, wie schnell man ein zweites Mal anreisen oder eine Handlung wiederholen muss!
Nachdem die Sache im Kasten ist, beginnen wir mit dem Abladen. Hier zeigt sich zum ersten Mal, dass Sonya tatkräftig mit anpackt und keineswegs nur für die Kamera einmal mit einem Stück Holz durchs Bild marschiert. Und dies bleibt auch den ganzen Tag so, was bei den meisten von uns das Bild eines sympathischen und umgänglichen Menschen hinterlassen hat.
So ziehen sich die Arbeiten am Spielhaus bis in den späten Abend hin. Hier einzelne Abschnitte zum Besten zu geben, wäre müßig. Ich denke, dass Bilder an dieser Stelle weit mehr aussagen.
Erwähnen möchte ich jedoch, dass der Bereich um das Holzhaus herum dadurch bereichert wurde, dass die Handwerker von S.O.S. noch einen Grill, ein Klangspiel, lustige Lampen, ein Vogelhaus, eine Sitzbank und Tische beisteuerten. Zudem wurde das Haus noch etwas dekoriert und mit einer Rampe für Rollstuhlfahrer versehen.
Letzte Aktion des Tages ist ein gemeinsames Grillfest mit dem gesamten Filmteam und der Leiterin des Kinderhospizes. Leider fängt es zu regnen an, ein Umstand, der uns tagsüber glücklicherweise erspart blieb. Danach verziehen wir uns in unser Quartier, genießen in kleiner Runde noch etwas Rotwein und fallen dann in die Betten.
-Sonntag-
Der letzte Tag in Olpe gestaltet sich kurz. Wir treffen uns noch einmal am Hospiz, betrachten unser Werk – sind zufrieden – und werden von der Leiterin der Einrichtung kurz verabschiedet.
Dann trennen sich unsere Wege wieder einmal, eine unangenehme Fahrt, diesmal fast vollständig im Regen, führt mich wieder 300 Kilometer zurück in meine Heimat.
Lothar
Presse:
Siegener Zeitung 27.09.2004
Westfälische Rundschau 28.09.2004
Westfalenpost 01.10.2004

