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Nikolausfeier in Olpe 2007

Darf man nach drei Jahren - zur vierten Veranstaltung - schon von „Tradition“ sprechen? Ich weiss es nicht, meine Suche nach einer exakten Definition des Begriffs „Tradition“ wurde erschlagen von einer Fülle an Informationen.
Unseren vorweihnachtlichen Besuch der "Gruppe Martin" gibt es fast schon so lange wie den ToyRun4Kids, das ist dann sicher schon so etwas wie Tradition.

Am 15. Dezember gegen 13:00 Uhr füllt sich das kleine Restaurant in dem wir uns nun zum vierten Mal treffen. Es ist schön, bekannte Gesichter wiederzusehen und neue Menschen, die sich für die „Arbeit“ des ToyRun4Kids interessieren, begrüßen zu können. Wer erstmals dabei ist, macht sich Gedanken, was ihn erwartet. Das Wissen, gleich auf Kinder zu treffen, denen der Schutz einer Familie bislang versagt war, Kinder die bittere Erfahrungen machen mussten, Kinder die sich aufrichtig freuen wenn „ihre“ Motorradgang zu Besuch kommt - dieses Wissen lässt ein wenig Unsicherheit entstehen.  Foto: Terminkalender
Die anderen machen sich Gedanken, ob viele Kinder mittlerweile eine Pflegefamilie gefunden haben, oder sich die familiäre Situation so gebessert hat, das die Kinder gefahrlos zurückkehren konnten.

Natürlich haben wir auch wieder Geschenke mitgebracht. Das Team der Gruppe Martin hatte den Weihnachtsmann ausreichend mit Informationen versorgt. So waren wir in der Lage, für jedes Kind individuell ein Geschenk besorgen zu können. Im großen goldenen Buch des Weihnachtsmanns waren diese Informationen ebenfalls von Nutzen.
Foto Weihnachtsmann liest aus dem Goldenen Buch
 

Es macht schon Eindruck, was dieser bärtige alte Mann so alles weiss.
Natürlich wissen die älteren Kinder, dass es keinen Weihnachtsmann gibt, aber als die jüngeren Kinder fragen wo denn die Rentiere sind, kommt kein Gelächter!  Vielleicht ist an der Geschichte mit dem Weihnachtsmann ja doch was dran? Woher soll der sonst wissen, das die Hausaufgaben schon mal vergessen wurden, woher weiß der, dass sich Niklas eine Ritterburg von Playmobil sooo doll gewünscht hat?

Foto: Weihnachtsmann mit Kind

Und das mit dem Kinderbrockhaus für Sebastian kann doch auch kein Zufall sein, Sebastian fragt doch immer allen Erwachsenen Löcher in den Bauch und muss alles ganz genau wissen. Das Fahrrad für Maurice, der Schlitten für Vanessa, die Inliner für Marina und all die anderen Sachen ..... das kann doch alles kein Zufall sein! 

Es gibt keinen Weihnachtsmann ..... oder doch? Der Zweifel steht den Kindern förmlich ins Gesicht geschrieben! 

Foto: Weihnachtsmann mit zwei Kindern
Nachdem alle Geschenke verteilt sind, wollen die neuen Spielsachen praktisch erprobt werden.  Foto: Spielen mit neuem Spielzeug
Natürlich helfen wir dabei gerne mit ...

Foto: Beschenktes Kind

  Foto: Kind und Puppenspieler
und Kaffee und Kuchen lassen wir uns auch nicht entgehen!    Foto: Kind beim Kuchen essen
Viel zu schnell geht dieser Nachmittag vorbei, es hat uns Freude bereitet den Kindern die Wünsche zu erfüllen. Wir kommen wieder .... versprochen!  Foto: Kind zeigt auf Fotografen

Als ich mich verabschiede, nehme ich neben Freude und Dankbarkeit, auch eine große Portion Wut mit. Ein Mädchen kenne ich seit meinem ersten Besuch in der Gruppe, das war im September 2004. Sie wurde wegen Missbrauch in der Gruppe aufgenommen. Zwei Jahre lang fand sie ihr Zuhause in der Gruppe Martin. In diesen zwei Jahren haben wir beide die eine oder andere Runde mit dem Mopped gedreht. Anfangs saß sie auf dem Tank, später konnte sie schon auf dem Sozius Platz nehmen. Natürlich waren das keine großen Touren, sondern winzige Runden auf dem Gelände der Einrichtung. Aber sie waren ausreichend, um ein Lächeln auf ihr Gesicht zu zaubern. Ich habe mich sehr gefreut als mir erzählt wurde, das sie jetzt wieder Zuhause ist. Die familiäre Situation hat sich geändert, die Mutter hat einen neuen Lebensgefährten und Alles wird gut!
Nun, wieder ein Jahr später las ich einen vertrauten Namen auf dem Wunschzettel, doch das konnte Zufall sein, so selten war der Name nicht. Meine Verwunderung das Mädchen wieder in der Gruppe zu sehen war groß. Warum? ...... Der Bruder des neuen Lebensgefährten war es diesmal.

Die Frage, ob unsere Zeit sinnvoll investiert ist, stellt sich mir in solchen Momenten nicht! Ein herzliches Danke allen, die im Laufe der letzten Jahre ihre Freizeit opferten, unseren Sponsoren und Spendern und allen, die die „Arbeit“ des TR4K in vielfältiger Weise unterstützt haben!


Frohe Festtage und einen guten Rutsch ins neue Jahr!
Jörg