Nikolausfeier mit der Gruppe „Martin“
Nikolausfeier mit der Gruppe „Martin“ Im Rahmen der Hausbauaktion beim Kinderhospiz „Haus Balthasar“ im September hatten einige der Toyrunner das Vergnügen, die Kinder der Gruppe „Martin“ aus dem Josefshaus kennen zu lernen. Ein Wochenende lang wurde Seite an Seite gesägt, gebohrt, geschraubt und gebaut. Freundschaften zwischen Groß und Klein wurden geknüpft. Schnell stand die Frage im Raum, ob der ToyRun4Kids noch einmal den Weg nach Olpe antritt, diesmal aber in das Josefshaus.
Kinder, die in ihrem Elternhaus die notwendige Fürsorge und Versorgung nicht erfahren haben, misshandelt oder missbraucht wurden, haben im Josefshaus ihr neues Zuhause gefunden. Sie verbringen dort bis zu einem Jahr, gehen dann entweder in eine andere Gruppe oder werden an Pflegefamilien vermittelt.
So führte uns der gestrige Tag wieder nach Olpe, diesmal aber mit Nikolaus und Knecht Ruprecht im Schlepptau sowie diversen kleinen und größeren Nikolauspäckchen.
Wie uns die Erzieherinnen später berichteten, waren die Kinder bereits den ganzen Tag über nicht zu bremsen gewesen: „Wann kommen die endlich?“ – wir wurden also sehnsüchtigst erwartet. Der Empfang war entsprechend herzlich! Schnell hatte jeder von uns einen kleinen Wirbelwind an der Hand, auf dem Arm oder dem Schoß. Bilderbücher wurden gewälzt, Zimmer bestaunt oder einfach nur herumgetobt. Eine klassische Aufwärmphase des gegenseitigen Beschnupperns gab es von beiden Seiten nicht. Die Kinder erkannten bekannte Gesichter wieder, aber es wurden auch „alte“ Bekannte vom letzten Besuch im September in Olpe vermisst.
Der Nachmittag begann mit einem gemeinsamen Kaffeetrinken. Umringt von Kindern und Erzieherinnen versorgte man uns mit selbstgebackenen Weihnachtskeksen, Kuchen und vorweihnachtlichen Genüssen wie frischen Bratäpfeln. Mit dem gemeinsamen Singen von Weihnachtsliedern sollte die Zeit bis zum Eintreffen des Nikolauses verkürzt werden.
Unser Nikolaus kam in Begleitung seines Freundes Knecht Ruprecht und einem Geschichtenerzähler aus einem fernen Land angereist. Im Gepäck dieser zum Teil sehr farbenprächtig verkleideten Herren befanden sich viele Überraschungen für die Kinder uns Erzieherinnen. Die Ankunft der drei Herren verursachte ein großes Hallo! Gekrönt wurde ihr Eintreffen jedoch von der Furchtlosigkeit der Kinder, die sofort auf den Nikolaus einstürmten und ihn mit den Worten begrüßten, die einem jeden, der schon einmal in dieser Situation gesteckt hat, den Schweiß auf die Stirn treiben: „Du bist doch der …!“
Das nächste Highlight wartete aber schon. Durch einen Geschichtenerzähler tauchten wir ein in die Welt von „1001 Nacht“ und ließen uns von den Geschichten aus einer fernen Welt verzaubern, kosteten Oliven, Datteln und Feigen und lauschten der Geschichte vom „Kleinen Kadi“, einer faszinierenden Geschichte über die Freundschaft.
Doch auch wir sollten an dem gestrigen Tag nicht leer ausgehen. Nicht nur beschenkt durch den Tag mit den Kindern, hatten die Kinder eines der wohl bekanntesten Kinderweihnachtslieder einstudiert: „In der Weihnachtsbäckerei“ von Rolf Zuckowski. Das Lieb liebevoll einstudiert bis ins kleinste Detail, überreichten die Kinder uns am Ende ihrer Aufführung ein Päcken mit selbstgebackenen Weihnachtskeksen. Und als weiteres Dankeschön erhielten wir ein niedliches Windlicht. In Kombination der Garant für einen gemütlichen Adventssonntag!
Bei netten Gesprächen, einem Becher Glühwein für die Großen und weiterem Spielen und Toben, ließen wir den gemeinsamen Tag ausklingen und traten nach einem für beide Seiten ereignisreichen Besuch langsam den Heimweg an. Mit Sicherheit können wir alle sagen, dass es nicht der letzte Besuch im Josefhaus gewesen sein wird. Der Termin wird zwar erst im kommenden Jahr stattfinden, denn die mitgebrachten Spielgeräte für den Außenbereich brauchen ein Zementfundament, das aber erst nach dem Winter gegossenwerden kann. Und welche Gelegenheit bietet sich besser an, als die Durchführung dieser Arbeiten für einen erneuten Besuch in Olpe zu nutzen.
Jetzt wo ich wieder auf dem Weg nach München bin, lasse ich den Tag vor meinem inneren Auge noch einmal Revue passieren. Und wieder einmal sehe ich meine Teilnahme an einer der Aktionen unseres Vereins als Bereicherung an. Ich hoffe, dass auch die Kinder so lange von diesem Tag zehren werden, wie ich es sicherlich tun werde. Schön war es!
Jule

